Höllisches Silvester auf dem Teufelsberg

von schue



Jahreswende auf dem Teufelsberg? Da tippen sich die meisten Nachbarn in Eichkamp und Siedlung Heerstraße an die Stirn – nö, nicht mit uns! Und, war es wirklich so schlimm? Mitten im Grunewald entwickelt sich ein anschwellender Krach zwischen 23 Uhr mit infernalischer Steigerung um Mitternacht und danach langsam abschwellend bis mindestens 1 Uhr. Raketen starten sekündlich im Stakkato, geben für kurze Momente feurige Lichtkompositionen ab und fallen funkensprühend in die Baumwipfel, wo sie dann (hoffentlich) schnell erlöschen. Das ist dann gut für den Wald, wenn es nicht brennt. (Wohin sich die verschreckte Tierwelt verkriecht, danach fragt der Großstädter natürlich nicht).

Übrigens ist das Feuerwerk ganz schön teuer, aber sehenswert. Menschenmassen strömen auf den Trümmerberg, dessen Statik immerhin so stabil trotz des lockeren Kriegsmüll ist, dass er nicht bei den in Tausenden zählenden Partybesuchern in sich zusammensackt. Aber wer sich für Silvester auf dem Teufelsberg begeistert,
sucht wohl auch das irrste Event von Berlin. Das betonen alle, die als Touristen an diesen Ort strömen. Es werden von Jahr zu Jahr immer mehr. Und es ist doch ein Wunder, dass in diesem Chaos von Qualm, Gestank, Krach, frontähnlichen Raketenabschüssen und Böllern mit dazwischen fuhrwerkenden Laserstrahlern das feiernde Volk immer noch lacht, sich gegenseitig umarmt, ins Handy brüllt, aber zum Glück niemand verletzt wird. Es ist ja auch keine Polizei oder Erste Hilfe zu sehen. Am Ende rennen alle den Berg hinab, stolpern über dunkle Wege, lachen und rennen zur nächsten Party. Und wir gehen um die Ecke nach Hause in unsere stillen Alleen zurück und wundern uns, wie verrückt sich Berlin auf dem Teufelsberg gebärdet hat.
In den letzten zwanzig Jahren Teufelsbergfeier zu Silvester fällt auf: Es gibt eine Zweiteilung zwischen den Besuchern: Die Feuerwerksakteure und die Zuschauer, wobei die einen großzügig investieren und die anderen kostenlos konsumieren. Früher kamen die Leute mit kleinen Feuerwerkskörpern, wie zum Beispiel harmlosen Zisselmännchen („Pfennigschwärmer“) und Wunderkerzen, die Kinder wie Erwachsene gerne abbrannten. Heute kommen die Pseudoprofis mit Raketenbatterien in vollbeladenen Rucksäcken und ziehen ihr Manöver ab. Die bedienen dann ihre Abschussrampen und die anderen schauen eingeschüchtert zu.
Na gut, jedenfalls war es laut und bunt und das neue Jahr konnte mit Donnerschlag beginnen.

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